2. Weltfrauenkonferenz in Nepal: wirklich etwas ganz Besonderes ...

Das ist eine erste Bilanz von Monika Gärtner-Engel auf der Gelsenkirchener Montagsdemonstration am 21.3.2016. Sie berichtete weiter,

dass die Konferenz ein großer Schritt vorwärts, wirklich etwas Neues und ein qualitativer Fortschritt gegenüber der 1. Weltfrauenkonferenz, die 2011 in Caracas in Venezuela stattgefunden hatte.

Ich will nur einige erste Aspekten nennen:

  • Diese Konferenz in Kathmandu hatte wirklich eine Massenbasis im ganzen Land. Hunderte von Frauen haben diese Konferenz über Jahre vorbereitet. Insgesamt waren 1.300 - 1.600 feste Teilnehmerinnen anwesend. Zur Begrenzung der Teilnehmerinnen mussten die Organisationen feste Kontingente ausgeben, wie viele von jeder Organisation kommen können, denn sonst wären die Räumlichkeiten aus allen Nähten geplatzt.

  • Es hat sich weiter darin widergespiegelt, dass die Konferenz in diesem Land eine sehr breite Öffentlichkeit hatte, im Fernsehen und in den Zeitungen. Auf den Pressekonferenzen waren immer 15 - 20 große Tageszeitungen, auch das Fernsehen war anwesend. Alle haben darüber berichtet und waren fasziniert von den Frauen, die hier zusammengekommen sind.

  • Zum Schluss hat uns dann die Präsidentin des Landes mit einer Delegation zu einem Besuch eingeladen hat. Wir waren mit 40 Leuten dort, und es war sehr bemerkenswert. Die Präsidentin ist eine Frau, die selbst aktiv gegen die Monarchie gekämpft und sich für die Demokratie eingesetzt hat. Sie hat mutig gekämpft hat und wurde dafür auch ins Gefängnis geworfen. Sie ist organisiert in der UML, einer großen Partei, die an der Regierung beteiligt war, jetzt aber alle Ämter niedergelegt hat. … Also wenn ich diese Frau mit Herrn Gauck vergleiche, kann ich nur sagen: Hut ab vor dieser Präsidentin!

Total beeindruckend waren auch die Frauen aus aller Welt. Insgesamt waren 47 oder 48 Länder auf der Konferenz vertreten, aber Frauen aus 61 Ländern waren unmittelbar beteiligt an der Vorbereitung der Konferenz. Eine Reihe von ihnen hatten bereits das Ticket gekauft, konnten dann aber in letzter Minute nicht kommen. Sie haben richtig gekämpft um das Kommen. Zum Beispiel hat eine Frau aus Namibia das Reise-Geld nur zusammen bekommen, weil die ganze Familie sämtliches Geld, das bei der Hochzeit des Sohnes geschenkt wurde, für die Reise dieser Frau zusammengelegt hat. Oft waren es Vertreterinnen von Frauenorganisationen mit hunderten, tausenden, manchmal zehntausenden Mitgliedsfrauen. Manchmal konnte nur eine von ihnen kommen, aber diese repräsentierte dann wirklich etwas Besonderes. Aus Kenia zum Beispiel war die Repräsentantin des Weltfrauenmarsches, der alle fünf Jahre stattfindet, auf der Konferenz anwesend; sie sagte, dass diese Konferenz ein neues Blatt in der Geschichte der Frauenbewegung aufgeschlagen habe.

Weiter waren Vertreterinnen von Landfrauen anwesend, die berichtet haben, wie große Konzerne á la Monsanto und Nestle sie eigentlich kaputt machen. Monsanto verkauft ihnen zum Beispiel Saatgut, das nur einmal verwendbar ist. Die Körner, die dann wachsen, können nicht mehr als Saatgut verwendet werden, es muss also neues gekauft werden. So werden sie vollständig von Monsanto abhängig gemacht.

Auch Nestle hat in ganz Afrika sein Milchpulver verbreitet, die Frauen haben dann aufgehört zu stillen, weil sie dachten, sie tun ihren Kindern etwas Gutes. Da aber das Wasser verschmutzt ist, sind die Kinder reihenweise gestorben und krank geworden. Über solche Erfahrungen wurde viel berichtet.

Die Umweltfrage hat eine ganz große Rolle gespielt, viel stärker noch als auf der ersten Konferenz. Ganze Landstriche werden entvölkert, denn die Menschen müssen flüchten aufgrund der Dürren und weil sie gar keine Ernährungsgrundlage mehr haben. So ist zum Beispiel der Anbau von Baumwolle in Mali völlig zerstört worden durch chinesische oder westliche Importeure, die die einheimische Wirtschaft kaputt machen.

Wir können noch sehr viel über die Konferenz berichten, das werden wir auch machen. Aber es war ein hoch beeindruckendes Ereignis. Ich will auch sagen, dass die Frauen, und auch Männer, die als Brigadisten aus Deutschland in Nepal waren, eine ganz tolle, große Rolle gespielt haben und wesentlich zum Erfolg dieser Konferenz beigetragen haben. Dafür möchte ich mich herzliche bedanken.

Herzlichen Glückwunsch an alle!

 

Zur Kejsi: Es gab im Vorfeld große Auseinandersetzungen, wie im Song-Contest beurteilt und gewertet wird. Soll das Publikum abstimmen oder eine Jury? Die Nepalesinnen waren der Meinung, dass nicht das Publikum sondern nur eine Jury abstimmen kann, denn wenn in Nepal eine einheimische Künstlerin auftritt, wird diese von allen Nepalesinnen gewählt und niemand anderes habe dann eine Chance.

Der Jugendverband REBELL hat den Song-Contest organisiert und war der Meinung, dass das Publikum das schon richtig entscheiden werde und sie volles Vertrauen in das Publikum hätten.

Und so war es dann: Das Publikum, also Hunderte von Besuchern des Song-Contest, haben dann abgestimmt und Kejsi gewählt. Das waren viele Nepalesinnen, obwohl aus Nepal selbst auch eine ganz bekannte Sängerin, die sehr schön singen und auch Instrumente spielen kann, mitgemacht hat. Aber auch sie hat bei der Abstimmung Kejsi gewählt!

Herzlichen Glückwunsch an Kejsi!

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Monika Gärtner-Engel