Presseerklärung: Gut besuchte VHS-Seminare werden abgesetzt

Presseerklärung: Gut besuchte VHS-Seminare zur Bewältigung von familiären Alltagsfragen werden abgesetzt - Rückfall in den Kalten Krieg?

14. Juni 2004

Gestern, am 13.6.04 fand zum (vorerst) letzten Mal ein Seminar der Referentin Monika Gärtner-Engel an der VHS Herne statt. Die VHS Leitung verweigerte weitere Verträge mit der erfolgreichen und beliebten Dozentin. Begründung: sie sei zu links, da Mitglied der MLPD.

Kommentar der Referentin: "Ich bin empört über das undemokratische und rechtlich nicht haltbare Verhalten der VHS-Herne. Seit sieben Semestern gebe ich Seminare zu familiären Alttags-, Beziehungs- und Erziehungsfragen, die mit Hunderten von Teilnehmern überdurchschnittlich gut besucht waren!"

Die Referentin - Diplompädagogin mit Zusatzqualifikation in Familientherapie und selbst Mutter von drei Kindern - entwickelte ihr neues Konzept zur Beratung von Alltagsfragen gerade angesichts langer Wartezeiten für professionelle Beratungen in Erziehungs- und Partnerfragen und gleichzeitig wachsendem massenhaften Bedarf an Erfahrungsaustausch und Hilfestellung.

Dies wurde von Bürgern in Herne gut angenommen. Welche Abendveranstaltung der VHS kann schon mit 66 Teilnehmerinnen durchgeführt werden, wie es bei dem Abendseminar mit dem Thema: "Liebe, Krach und Türenknallen! - Streitkultur in Familie und Partnerschaft." von Monika-Gärtner-Engel der Fall war?

"Hier versucht die VHS-Spitze eine Art Berufsverbot durchzudrücken. Offensichtlich sind parteiegoistische Motive dafür ausschlaggebend: der Leiter der VHS - als SPD Mitglied seinerseits zugehörig zu einer Partei, die nicht gerade auf Erfolgskurs segelt - war nicht einmal bereit, auf einen Brief und kritische Nachfragen von mir zu antworten oder einen Kurs zu besuchen, um selbst zu urteilen und sich der Diskussion zu stellen," beanstandet Monika Gärtner-Engel den Stil des Hauses und amüsiert sich zugleich über die Befürchtung, bei Themen wie "Scheiden tut weh" werde womöglich Parteipolitik gemacht. 

Damit stellt die VHS massiv ihren eigenen Auftrag in Frage, der vor allem die Möglichkeit des offenen Zugangs für alle Bürgerinnen und Bürger sowie die weltanschauliche Ungebundenheit und sachliche Ausgewogenheit des Programms garantieren soll. 

50 Besucherinnen und Besucher bei der Veranstaltung "Auf zu neuen Ufern" waren jedenfalls begeistert über den Ablauf des Abends und diskutierten lebhaft über neue Aufbrüche auch angesichts persönlicher Krisen, Arbeitslosigkeit, Krankheiten - und brachten einhellig ihre Empörung über die Absetzung der Kurse zum Ausdruck.

 M. Gärtner-Engel

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Monika Gärtner-Engel